Burgdorf

Baugruppe U (Burgdorf, Grafenscheuren)
Beschreibung
Ungewöhnlich herrschaftlicher, W-seitig von Bahndamm u. Strasse auf dem flachen Land des Tales nach Wynigen liegender Gruppenhof. Im Zentrum steht das mächtige Bauernhaus (Nr. 2) mit seiner prachtvollen, gegen S gerichteter Ründifront. Ihr vorgelagert sind Pflanz- u. Baumgarten, die an der Strasse durch einen steinernen Spätklassizismus-Wohnstock (Nr. 1) u. im SW durch Bienenhaus (Nr. 4) u. Ofenhaus / Speicher (Nr. 5) begrenzt werden. Gartenhaus (Nr. 3), Brunnen (N.N.) u. eine Heimatstilgarage (Nr. 10) vervollständigen das idyllische Bild. Zur Gruppe gehören im Weiteren ein Speicher im N (Nr. 8) u. ein zierliches Spritzenhaus am Bahndamm. Die Bauten sind anspruchsvoll gestaltet u. von bester Qualität. Ungewöhnlich, aber für das Selbstverständnis der Besitzerfamilie charakteristisch ist, dass für Neubauten zumindest in jüngerer Zeit stets renommierte Architekten beigezogen wurden, so Rob. Roller II 1883 für den Wohnstock u. Ernst Bützberger 1920 für die Garage; das - allerdings von der Stadt erstellte - Spritzenhaus wurde von Alfred Schaffner projektiert. Ebenso selbstverständlich scheint die Einführung neuer Technologien gewesen zu sein: bereits 1901 wurde der Hof durch eine (noch funktionierende) Turbine im Innern des Bauernhauses elektrifiziert. Die sehr geschlossen wirkende Gruppe an idyllischer Lage ist von regionaler Bedeutung. Sie bildet nicht nur architektonisch sondern auch historisch eine Einheit: sie gehörte einstmals den Grafen von Kiburg u. ist seit 1674 Eigentum der heutigen Besitzerfamilie.