Signau

Baugruppe E (Signau, Dorf)
Beschreibung
Der langgestreckte Hauptort der Gemeinde Signau liegt am Rand der Emmen-Ebene an der alten Landstrasse zwischen Bern und Luzern. Begrenzt wird das ausgeprägte Strassendorf gegen die Ebene durch die 1864 eröffnete Bahnlinie Bern-Langnau und gegen W durch den Ausläufer der Blasenfluh. Der alte Dorfkern ist eingespannt zwischen die platzartig erweiterten Räume im Bereich der beiden ältesten Gasthöfe zum rothen Turm von 1769 (Dorfstrasse 66) und zum Bären von 1758 (Dorfstrasse 48). Das vorzügliche innere Ortsbild wird in diesem Bereich durch die beiden eng von meist giebelständigen Bauten mit prägenden Ründifassaden beherrscht. Die auch in architektonischer Hinsicht vielfach überdurchschnittlichen, vorwiegend aus dem 18. und 19. Jh. stammenden Bauten ergeben ein im Grossen einheitliches und im Detail sehr vielfältiges, lebendiges Ensemble mit Gassencharakter. Jedes dieser Gebäude wurde urspr. in irgendeiner Weise gewerblich genutzt. Zwischen den Bauten und über die wenigen Gärten hinweg ergeben sich immer wieder spannende Durchblicke an den steilen Hang, an dem namentlich die parallel zur Dorfachse auf einer ummauerten Terrasse liegende Kirche einen markanten Blickpunkt und landschaftsprägenden Akzent setzt. Dem hochqualitativen, nahezu unbeeinträchtigt erhaltenen Kirchenbezirk, zu dem auch das spätbarocke Pfarrhaus, die ehem. Pfrundscheune nördl. davon und das schmucke Gemeindearchiv von 1844 gehören, kommt hohe historische Bedeutung zu. Zudem sind die qualitätvollen Einzelbauten in ein grosszügiges räumliches Gefüge integriert, das auch die strukturierenden Elemente wie Wege, Treppen, Gärten und Stützmauern umfasst. Der Dorfkern mit dem erhöht gelegenen Kirchenbezirk findet gegen W eine im Bebauungsmuster dem zentralen Bereich entsprechende Erweiterung durch hauptsächlich im späten 19. Jh. errichtete Wohnhäuser, die ehemals oft mit kleinen Gewerbebetrieben kombiniert waren. Sie stellen die Verbindung her zum einst etwas abgesetzten "Usserdorf", wo vorab aus der 1. H. 19.Jh. stammende Bauten ein ursprünglich bäuerlich-gewerbliches Ensemble und ein kleines Zentrum für Tuchverarbeitung und -handel bilden. Das am Hangfuss der Blasenfluh gelegene Dorf besticht neben seinen räumlichen Qualitäten im Innern auch durch seine Fernwirkung von der gegenüberliegenden Talseite, von wo etwa die meist zum Tal ausgerichteten Ründifronten der doppelreihigen Bautenfolge und das breitgelagerte Kirchenschiff mit dem hoch aufragenden Turm eindrucksvoll zur Geltung kommen. Insgesamt verfügt das Dorf Signau über eines der eindrücklichsten Ortsbilder des Emmentals.