Lyssach

Baugruppe A (Lyssach, Dorf)
Beschreibung
Das Dorf erstreckt sich am südl. Rand der Schwemmebene der Emme. Die Baugruppe umfasst die Bebauung entlang der Dorfstrasse und die Gruppe von 3 grossen Gehöften im W des Strassendorfes. Dieses Gebiet entspricht im Wesentlichen dem ältesten Dorfteil von Lyssach mit Bauernhäusern aus der Zeit zwischen 1702 und 1854. Beidseits der vom Bach begleiteten Dorfstrasse reihen sich in grossen Abständen stattliche Gehöfte, die sich mit ihren Nebenbauten zu individuellen, hofbildenden Ensembles zusammenfügen. Die leichten Windungen der Strasse eröffnen schöne Ein- und Durchblicke. Der offene Dorfbach entlang der Strasse wirkt als prägendes Element. Die zahlreichen Bachübergänge und insbesondere die dicht an oder über den Bach gestellten Speicher gliedern den Strassenraum wirkungsvoll. Das Bild der Baugruppe wird durch teilweise sehr herrschaftlich wirkende Gehöfte, zu denen neben dem Bauernhaus in der Regel ein Stöckli und mehrere Nebengebäude (Speicher, Ställe, Scheunen, Remisen) gehören, vervollständigt. Die mächtigen Bauernhäuser stehen mehrheitlich traufseitig zur Strasse. Prächtige Bauerngärten, Solitärbäume und vergleichsweise weite Abstände zwischen den Einzelhöfen verstärken den Eindruck von Stattlichkeit und Grosszügigkeit. Den Auftakt zur Gruppe bilden im S die Gebäude Bahnhofstrasse 30, 32 und Dorfstrasse 15 bis 17. Sie schaffen eine ländliche Kulisse von grosser Ausdruckskraft. Etwa in der Hälfte des Strassenzugs rechts fungiert das Löschgerätemagazin als Bindeglied der lockeren bäuerlichen Bebauung. Wirkungsvoll markiert das Bauernhaus in der Strassenflucht den nördl. Abschluss des Ortskerns. Etwas abgesetzt davon, bilden drei grosse Gehöfte den nördl. Dorfein- oder -ausgang. Durch die verschiedenen Stellungen der Bauernhäuser (schräg, trauf- und giebelseitig) zur Strasse, entsteht eine abwechslungsreiche Vielfalt an Blickachsen. Die beiden rechts und links der Strasse folgenden Gehöfte - Riegbauten mit Ründi - schliessen das Dorf optisch gegen NW ab. Von grosser Wirkung ist insbesondere das stattliche Bauernhaus südl. der Strasse, das zusammen mit dem Stöckli, dem Bienenhaus und dem Bauerngarten eine prächtige, nach W ausgerichtete Hofgruppe bildet. Die Dorfstrasse längs des Baches bietet eines der schönsten bäuerlichen Ortsbilder der Region. Neben dem offenen Dorfbach besticht das intakte innere Ortsbild besonders durch die abwechslungsreichen Einblicke in die durch die stattlichen Bauernhäuser und deren Nebenbauten gebildeten Hofräume. Die gute Fernwirkung resultiert aus den weitgehend unverbauten, von Obstbäumen umgebenen, unterschiedlich grossen Bauten.