Thun

Baugruppe H (Thun, Landsitz Bellerive Gwatt)
Beschreibung
Der Kern der Baugruppe "Bellerive" besteht aus dem ehemaligen Landsitz "Bellerive" (Nr. 120), das Emanuel Friedrich v. Fischer - v. Wattenwil 1763 erbauen liess. Dazu gehören die den Hauptbau flankierenden Remisen (Nr. 118,120), der Gartenpavillon (Nr. 120B), das westliche Gartenparterre mit Bassin, die Westallee, der Ehrenhof, der Axialeingang zum Ostgarten und der grosse Seekanal von 200m Länge. Die Hauptachse der Anlage von insgesamt 550m Länge markiert die grandiose Sicht auf den See und die Alpen. Integral zum Landsitz Bellerive gehört das repräsentative Bauernhaus - das Bonstetten-Gut - von 1730 (Nr. 122), das Emanuel Friedrich v. Fischer 1763 beim Erwerb der Domäne übernommen hat. Diese enge Verbindung von Herrenhaus und Pächterhaus ist ein bernisches Charakteristikum, das diese Baugruppe heute noch auszeichnet. Im 19. Jahrhundert kamen aufgrund einer Arrondierung des Besitzes wohl spätere Ergänzungs- und Erweiterungsbauten wie die Seescheune (Nr. 123A) und das Stöckli (Nr. 124) hinzu. Das "Kisslinghaus" von 1725 (Nr. 123) gehört zusammen mit dem Gutshof zu den ältesten Bauten an der Gwattstrasse, welche die Domäne bzw. die Mittelachse seit jeher durchkreuzt hat. Von 1840-1870 ist eine ganze Reihe weiterer Höfe oder Gewerbebauten entlang dieser historischen Verkehrsachse ins Oberland entstanden. Zweifelsohne hat der Landsitz "Bellerive" den am intaktesten erhaltenen Park mit aktiv bewirtschaftetem Gutsbetrieb innerhalb des bernischen Bestandes.