Biglen
Pfarrhausweg 2, 3507 Biglen
Pfarrhaus / Erbauung 1751 - 1751
Beschreibung
Pfarrhaus von 1751; Verbreiterung Laube 1897; Umbau zu Kirchgemeindehaus 1959; Ausbau Dachgeschoss und weitere Umbauarbeiten 1989
Der verputzte Massivbau mit zeichnenden Sandsteingliederungen (Eckquadrierung, Fenstereinfassungen) und dem hohen, geknickten Vollwalmdach, präsentiert sich als herrschaftlicher Wohnstock. Gefugte Wandlisenen gliedern die nach Süden ausgerichtete vierachsige Schaufassade und fassen die zweiachsige mittlere Wandpartie ein, sodass diese optisch akzentuiert wird. Die Laube auf der Ostseite, wo sich der Hauptzugang befindet, wurde Ende des 19. Jh. verbreitert und im 20. Jh. zu einer Veranda umgebaut. Auf der Rückseite bestand einst ein Abortturm, d.h. es gab hier ursprünglich keinen Eingang. Die Pläne für das Pfarrhaus von Biglen stammen vom Holzwerkmeister Emanuel Zehender II, der im 18. Jh. zahlreiche Neu- und Umbauten von barocken Pfarrhäusern in bernischem Hoheitsgebiet projektierte.
Umgebung / Situation
Zur Nahumgebung zählen ein Brunnen von 1780, Teile einer älteren Pflästerung sowie ein kleiner, baumbestandener Park.
Das ehemalige Pfarrhaus prägt mit seiner exponierten Stellung in erhöhter Lage das Strassenbild wie auch den Baubestand des historischen Dorfkerns von Biglen. Es ist ein wichtiger Bestandteil des Kirchenensembles.
Würdigung
Es handelt sich um ein Berner Pfarrhaus aus der 2. Hälfte des 18. Jh. von höchster architektonischer Qualität. Der repräsentative Bau des Pfarrhauses fällt in einen Zeitraum der Erneuerungen obrigkeitlicher Bauten im ländlichen Gebiet im Habitus einer kleinen Campagne. Viele dieser Bauten tragen die Handschrift der Werkmeister Zehender, also Vater und Sohn, und weisen sich durch einen spätbarocken Baustil aus, der beim Pfarrhaus Biglen bereits auf den Klassizismus hinweist.
Klassifikation
Pfarrhaus
Baugeschichte
1751 - 1751: Erbauung; 1897 - 1897: Umbau; 1958 - 1959: Sanierung / Restaurierung
Bauherrschaft
Staat Bern
Bauleute
Zehender, (Ludwig) Emanuel II, Werkmeister
Inschrift
1734
(ehemaliger Pfrundschrank)
D: WILD / 1746 / S:B: / R:St:
(ehemalige Truhe mit Rokokomalerei)
Unterschutzstellung
01.01.1991, Bundesschutz
09.05.1989, RRB (Kanton)
Hauptgrundstücksnummer
6
Koordinaten
2614428.162 / 1197535.955
