
Biglen
Bildungs- und Kulturdirektion
Amt Kultur
Denkmalpflege
www.be.ch/denkmalpflege
Bärenstutz 17, 3507 Biglen
Grundstück
86
Koordinaten
2614444.119 / 1197479.265
Bauinventar
30.11.2004
verfügt
Einstufung
schützenswert
K-Objekt
Ja
Geschützt durch
31.12.2004, Vertrag (Kanton)

Beschreibung
Ehemaliger Gasthof und Hotel "Bären" von 1936
Der im Dorfkern durch sein stattliches Volumen auffallende historische Gasthof wurde nach einem Brand von 1935 an derselben Stelle wieder neu aufgebaut und um ein Stockwerk erhöht.
Der gemauerte und verputzte Bau mit Hausteingliederungen, Gurtgesims und ostseitigem Giebelrisalit ist mit seinen streng axial gegliederten Fassaden und dem hohen, geknickten Vollwalmdach mit breiter Vogeldiele ein Exponent der neoklassizistischen Strömung in der Zeit der Reformarchitektur. Der sachliche, neoklassizistische Stil erlebte im Kanton Bern besonders in den 1920er Jahren seine grosse Blütezeit. Beim "Bären" fällt die überhohe Fensterreihe des 2. Obergeschosses auf, welche den Piano Nobile und dahinterliegenden Saal kennzeichnete. Der Bär zeigt sich als Wirtshausfigur mit Kelch in der Hand und als Wappentier des Türgitters des zweiflügligen Haupteingangs Nordost.
Umgebung / Situation
Im nahen Umkreis der Kirche und dem Zehntspeicher gelegen, bildet der Landgasthof mit seinem stattlichen Volumen das Rückgrat des Strassenraums im historischen Dorfkern. Der Freiraum im Norden wird trotz Parkplatz und Strassenverbreiterung als Platz wahrgenommen und der Bau ist sowohl für das innere Ortsbild von Biglen wie auch in seiner Fernsicht ein prägendes Bauwerk.
Würdigung
Als Zeitzeugnis der lokalen Gewerbegeschichte, eine Taverne ist in Biglen bereits seit 1520 verbürgt, ist der "Bären" von hohem identifikatorischen Wert. Das Traditionshaus hat mit einer besonderen Anekdote aufzuwarten, war doch General Guisan mehrfach Gast hier gewesen. Am 3. März 1943 fand im "Bären" ein Treffen zwischen Guisan und dem SS-Generalmajor Schellenberg statt, das im Rahmen der kritischen Aufarbeitung zur Neutralitätsfrage als Grenzfall gilt. Das Gebäude ist daher an ein Stück Schweizer- und Personengeschichte gebunden. Innerhalb des Dorfkerngefüges besitzt der grossvolumige Gasthof im neoklassizistischen Baustil eine räumlich und öffentlich wichtige Funktion, vergleichbar mit einem Schulhaus oder einem Bankgebäude aus dem frühen 20. Jh.
Bauleute
Gygax, Otto, Zäziwil, Architekt
Bauherrschaft
Berchtold, Hans, Wirt (?), Biglen
Baugeschichte
1936 - 1936: Erbauung; 1988 - 1988: Umbau; 2002 - 2002: Sanierung / Restaurierung
Baugruppe
Baugruppe A (Biglen, Dorf)